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Verfahren um Tötungsdelikt in Sögel vor rund 25 Jahren vor dem Abschluss

Verfahren um Tötungsdelikt in Sögel vor rund 25 Jahren vor dem Abschluss



04.03.2020

Pressemitteilung 15/20



OSNABRÜCK. Das Verfahren vor der 6. Großen Strafkammer (Schwurgericht) des Landgerichts Osnabrück wegen des rund 25 Jahre zurückliegenden Todes einer jungen Frau in Sögel steht vor dem Abschluss (Az. 6 Ks 12/19). Mit einem Urteil wird am Freitag, dem 13. März 2020, um 11.00 Uhr gerechnet.

Angeklagt ist ein heute 66 Jahre alter Mann aus Freren. Am frühen Morgen des 22. August 1995 soll das spätere Opfer, eine junge Frau, auf dem Heimweg von einer Kirmes gewesen sein. Auf der Werlter Straße in Sögel soll sie dann zufällig auf den Angeklagten getroffen sein. Der Angeklagte soll den Versuch unternommen haben, die Frau etwas abseits der Straße zu vergewaltigen. Da sie jedoch erheblichen Widerstand geleistet haben soll, soll der Angeklagte von diesem Vorhaben schließlich abgelassen haben. Aus Angst vor Entdeckung soll er die junge Frau schließlich erdrosselt haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Jahr 2019 Anklage erhoben, nachdem eine erneute Auswertung von DNA-Spuren vom Körper und der Kleidung des Opfers im Jahr 2018 aus ihrer Sicht hinreichende Anhaltspunkte für die Täterschaft des Angeklagten geliefert hatte. Der Angeklagte befindet sich seit dem Sommer 2019 in Untersuchungshaft.

Im Laufe der Beweisaufnahme hat die 6. Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück seit Beginn der Hauptverhandlung im Dezember 2019 diverse Zeugen gehört, um ein möglichst genaues Bild der Abläufe am 21. und 22. August 1995 zu rekonstruieren. Zudem wurden Sachverständige zu den DNA-Spuren, zu Faserspuren an der Kleidung des Opfers und zu der psychischen Verfassung des Angeklagten gehört.

Am letzten Freitag, dem 28. Februar 2020, hat nach Schluss der Beweisaufnahme zunächst die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten. Aus ihrer Sicht hat die Beweisaufnahme die Täterschaft des Angeklagten belegt. Seine gegenüber der Polizei abgegebene Einlassung, dem Opfer auf der Kirmes nähergekommen zu sein, sei durch die Aussagen mehrerer Zeugen widerlegt. Die DNA-Spuren am Körper des Opfers bewiesen daher seine Schuld. Er habe die junge Frau getötet, um eine versuchte Vergewaltigung zu verdecken. Die Staatsanwaltschaft beantragte daher eine Verurteilung des Angeklagten wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Die Mutter und der Bruder der getöteten Frau nehmen als Nebenkläger an dem Verfahren teil. Ihr Vertreter, Rechtsanwalt Prof. Dr. Weiner aus Meppen, schloss sich der Staatsanwaltschaft am Freitag letzter Woche an und beantragte ebenfalls eine Verurteilung des Angeklagten wegen Mordes.

Am nächsten Prozesstag, Dienstag, dem 10. März 2020, wird ab 09.00 Uhr der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt W. Hartmann aus Meppen, sein Plädoyer halten. Anschließend hat der Angeklagte das letzte Wort.

Ein Urteil der 6. Großen Strafkammer wird voraussichtlich am Freitag, dem 13. März 2020, um 11.00 Uhr ergehen. Die Verhandlungen am 10. und 13. März 2020 finden jeweils in Saal 272 des Landgerichts (Schwurgerichtssaal) statt.

Mord ist die einzige Straftat im deutschen Recht, die nie verjährt.

Interessierte Medienvertreter dürfen vor Beginn der Verhandlung am 13. März 2020 für 15 Minuten im Saal 272 des Landgerichts filmen und fotografieren. Das Gericht darf bei seinem Einzug gefilmt und fotografiert werden. Abbildungen des Angeklagten sind mittels geeigneter technischer Maßnahmen zu anonymisieren ("pixeln/blurren"). Bild- und Tonaufnahmen nach der Verhandlung und außerhalb des Verhandlungssaales sind nur nach Erteilung einer Foto- oder Drehgenehmigung durch den Pressesprecher gestattet. Der Pressesprecher des Landgerichts steht nach vorheriger Absprache nach der Sitzung für Auskünfte und O-Töne zur Verfügung.






Richter Dr. Christoph Sliwka, LL.M. (Cambridge)
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49074 Osnabrück
Telefon: 05 41 - 3 15 1551
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