"leer" Niedersachen klar Logo

Verfahren um Tötungsdelikt in Sögel vor rund 25 Jahren – Verteidigung fordert Freispruch, Urteil am Freitag erwartet

Verfahren um Tötungsdelikt in Sögel vor rund 25 Jahren – Verteidigung fordert Freispruch, Urteil am Freitag erwartet



10.03.2020

Pressemitteilung 18/20


OSNABRÜCK. In dem Verfahren vor der 6. Großen Strafkammer (Schwurgericht) des Landgerichts Osnabrück wegen des rund 25 Jahre zurückliegenden Todes einer jungen Frau in Sögel hat heute die Verteidigung ihr Plädoyer gehalten (Az. 6 Ks 12/19). Sie forderte einen Freispruch für den Angeklagten. Das Urteil der Kammer wird am Freitag, dem 13. März 2020, um 11.00 Uhr erwartet.

Angeklagt ist ein heute 66 Jahre alter Mann aus Freren. Am frühen Morgen des 22. August 1995 soll das spätere Opfer, eine junge Frau, auf dem Heimweg von einer Kirmes gewesen sein. Auf der Werlter Straße in Sögel soll sie dann zufällig auf den Angeklagten getroffen sein. Der Angeklagte soll den Versuch unternommen haben, die Frau etwas abseits der Straße zu vergewaltigen. Da sie jedoch erheblichen Widerstand geleistet haben soll, soll der Angeklagte von diesem Vorhaben abgelassen haben. Aus Angst vor Entdeckung soll er die junge Frau schließlich erdrosselt haben (siehe dazu auch PM 15/20).

Am vorletzten Freitag, dem 28. Februar 2020, hatte nach Schluss der Beweisaufnahme zunächst die Staatsanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten. Sie beantragte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes. Aus ihrer Sicht hatte die Beweisaufnahme die Täterschaft des Angeklagten eindeutig bewiesen. 2018 mit neuen Methoden entdeckte DNA-Spuren an Körper und Kleidung des Opfers, die zur Festnahme des Angeklagten im Jahr 2019 führten, belegten seine Täterschaft. Die gegenüber der Polizei abgegebene Einlassung des Angeklagten, dem Opfer zuvor auf der Kirmes nähergekommen zu sein, sei durch die Aussagen mehrerer Zeugen widerlegt. Dieser Einschätzung der Staatsanwaltschaft hatte sich der Vertreter der Nebenklage angeschlossen.

Zu einer anderen Einschätzung kam dagegen in ihrem Plädoyer am heutigen Dienstag, dem 10. März 2020, die Verteidigung. Sie forderte einen Freispruch. Die DNA-Spuren seien nicht geeignet, die Schuld des Angeklagten zweifelsfrei zu belegen. Die Angaben des Angeklagten bei der Polizei seien nicht zu widerlegen. Auch seien die letzten Stunden im Leben des Opfers nicht hinreichend sicher zu rekonstruieren, um eine Täterschaft des Angeklagten feststellen zu können.

Das Urteil der 6. Großen Strafkammer wird am Freitag dieser Woche, dem 13. März 2020, um 11.00 Uhr in Saal 272 des Landgerichts (Schwurgerichtssaal) erwartet.


Mord ist die einzige Straftat im deutschen Recht, die nie verjährt.

Interessierte Medienvertreter dürfen vor Beginn der Verhandlung am 13. März 2020 für 15 Minuten im Saal 272 des Landgerichts filmen und fotografieren. Das Gericht darf bei seinem Einzug gefilmt und fotografiert werden. Abbildungen des Angeklagten sind mittels geeigneter technischer Maßnahmen zu anonymisieren ("pixeln/blurren"). Bild- und Tonaufnahmen nach der Verhandlung und außerhalb des Verhandlungssaales sind nur nach Erteilung einer Foto- oder Drehgenehmigung durch den Pressesprecher gestattet. Der Pressesprecher des Landgerichts steht nach vorheriger Absprache nach der Sitzung für Auskünfte und O-Töne zur Verfügung.






Richter Dr. Christoph Sliwka, LL.M. (Cambridge)
- Pressestelle -
Landgericht Osnabrück, Neumarkt 2,
49074 Osnabrück
Telefon: 05 41 - 3 15 1551
Telefax: 05 41 - 3 15 6248
christoph.sliwka@justiz.niedersachsen.de

Web: http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de

Twitter: https://twitter.com/LandgerichtOS


zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln