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Landgericht Osnabrück verhandelt über Vorwurf des versuchten Totschlags in Osnabrück


05.10.2020

Pressemitteilung 58/20


OSNABRÜCK. Ab dem kommenden Mittwoch, dem 7. Oktober 2020, verhandelt die 6. Große Strafkammer (Schwurgericht) des Landgerichts Osnabrück gegen einen heute 32 Jahre alten Angeklagten aus Osnabrück wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags (Az. 6 Ks 10/20). Der Angeklagte soll am 21. März 2020 in Osnabrück bei einer Auseinandersetzung über einen Post in dem Netzwerk „Instagram" zwei andere Personen mit einem Messer verletzt haben, wobei er den möglichen Tod beider Personen billigend in Kauf genommen haben soll.

Nach der Anklage der Staatsanwaltschaft soll es am 21. März 2020 gegen 21.00 Uhr vor einem Schnellrestaurant am Neumarkt in Osnabrück zu einem Streit und einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und einem der mutmaßlichen Opfer gekommen sein. Hintergrund soll ein Post des Angeklagten zum syrischen Bürgerkrieg in dem sozialen Netzwerk „Instagram" gewesen sein. Im Rahmen der Auseinandersetzung soll der Angeklagte dann ein Klappmesser gezogen haben. Mit diesem soll er den Pkw des einen mutmaßlichen Geschädigten beschädigt und es diesem schließlich in die Brust gestoßen haben. Mehrere Männer sollen daraufhin dem mutmaßlichen Geschädigten zur Hilfe gekommen sein. Einem der Männer, der zu schlichten versucht haben soll, soll der Angeklagte dann das Messer in den Bauch gestoßen haben. Danach soll der Angeklagte in das Schnellrestaurant gelaufen und selbst die Polizei gerufen haben. Die Verletzten mussten nach dem Vorbringen der Staatsanwaltschaft beide operiert und stationär behandelt werden.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte bei beiden ihm vorgeworfenen Messerstichen den Tod der beiden mutmaßlichen Geschädigten zumindest jeweils billigend in Kauf genommen habe. Sie wertet das Geschehen daher als versuchten Totschlag in zwei Fällen, jeweils in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Die Hauptverhandlung gegen den in Untersuchungshaft befindlichen Angeklagten beginnt am 07. Oktober 2020 um 14.00 Uhr im Schwurgerichtssaal des Landgerichts (Saal 272). Zum Termin sind ein Sachverständiger, ein Dolmetscher und zwei Nebenkläger geladen worden. Fortsetzungstermine sind für den 21. Oktober 2020 um 13.30 Uhr, den 23. Oktober 2020 um 09.00 Uhr, den 12. November 2020 um 13.30 Uhr, den 18. November 2020 um 13.30 Uhr, den 26. November 2020 um 13.30 Uhr, den 08. Dezember um 10.00 Uhr, den 09. Dezember 2020 um 11.00 Uhr und den 17. Dezember 2020 um 09.00 Uhr geplant. Alle Termine sollen im Schwurgerichtssaal stattfinden. Der Angeklagte wird von Rechtsanwalt Diekmeyer aus Osnabrück verteidigt. Im Fall einer Verurteilung können dem Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft drohen.

Zur Vermeidung von Infektionsrisiken und zur Wahrung des Mindestabstandes sind die Zuschauerplätze im Schwurgerichtssaal des Landgerichts wie in allen Sälen beschränkt. Ein Teil der Plätze ist für Medienvertreter reserviert. Die Plätze werden über Platzkarten am Eingang vergeben. Eine Reservierung von Platzkarten ist allerdings nicht möglich. Alle Besucherinnen und Besucher sind verpflichtet, beim Betreten der Gerichte ihre persönlichen Daten zu hinterlassen, damit sie im Fall eines Infektionsverdachts erreicht werden können. Der Datenschutz ist dabei gewährleistet. Alle Besucherinnen und Besuchern sind verpflichtet, im Gerichtsgebäude eine Mund-Nasen-Schutzmaske zu tragen.

Interessierte Medienvertreter dürfen vor Beginn der Verhandlung am 7. Oktober 2020 für 15 Minuten im Schwurgerichtssaal des Landgerichts filmen und fotografieren. Dabei ist der Mindestabstand zu anderen Personen von 1,5 Metern jederzeit zu wahren. Das Gericht darf bei seinem Einzug gefilmt und fotografiert werden. Abbildungen des Angeklagten sind mittels geeigneter technischer Maßnahmen zu anonymisieren ("pixeln/blurren"). Bild- und Tonaufnahmen nach der Verhandlung und außerhalb des Verhandlungssaales sind nur nach Erteilung einer Foto- oder Drehgenehmigung durch den Pressesprecher gestattet.






Richter am Landgericht Dr. Christoph Sliwka, LL.M. (Cambridge)
- Pressestelle -
Landgericht Osnabrück, Neumarkt 2,
49074 Osnabrück
Telefon: 05 41 - 3 15 1151
Telefax: 05 41 - 3 15 6248
christoph.sliwka@justiz.niedersachsen.de

Web: http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de

Twitter: https://twitter.com/LandgerichtOS


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