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Prozessauftakt vor dem Landgericht Osnabrück wegen des Vorwurfs des Mordes am Augustaschacht

Prozessauftakt vor dem Landgericht Osnabrück wegen des Vorwurfs des Mordes am Augustaschacht


Pressemitteilung 36/19

04.07.2019



Die 6. große Strafkammer – Schwurgericht – des Landgerichts Osnabrück verhandelt ab Mittwoch, dem 10. Juli 2019, in einer Strafsache gegen den jetzt 43-jährigen Angeklagten B., den jetzt 25-jährigen Angeklagten E., den jetzt 24-jährigen Angeklagten N. und den jetzt 35-jährigen Angeklagten P. (Az. 6 Ks 7/19). Die Staatsanwaltschaft Osnabrück wirft allen vier Angeklagten die Beteiligung an einem erpresserischen Menschenraub, einem besonders schweren Raub und einer versuchten besonders schweren räuberischen Erpressung zulasten einer 75 Jahre alten Frau aus Melle vor. Den Angeklagten B., N. und E. wirft die Staatsanwaltschaft darüber hinaus die anschließende Ermordung der Frau vor.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft Osnabrück geht davon aus, dass das spätere Opfer, eine in Melle wohnende 75 Jahre alte Frau, im Juni 2018 Kontakt zu dem in Köln lebenden Angeklagten B. aufnahm, um von diesem ein gefälschtes Führerscheindokument zu erhalten. Die beiden sollen sich schließlich auf einen Preis im vierstelligen Bereich geeinigt haben. Der Angeklagte B. soll jedoch den Plan entwickelt haben, noch mehr Geld von der Frau zu erlangen. B. soll zunächst den Angeklagten N. in sein Vorhaben einbezogen haben.

Am 14.12.2018 soll dann der weitere Angeklagte E. hinzugezogen worden sein. Mit ihm gemeinsam soll B. an diesem Tag die 75-Jährige in Melle aufgesucht und unter einem Vorwand nach Köln gelockt haben. N. soll unterdessen in Köln geblieben und den vierten Angeklagten P. hinzugezogen haben. Nach Rückkehr von B. und E. nach Köln in Begleitung der 75-Jährigen sollen alle vier Angeklagten die Frau in einer Wohnung festgehalten haben, um von ihr Zugriff auf ihr vermeintliches Vermögen zu erhalten. Geld sollen die Angeklagten jedoch bis auf etwas Bargeld aus der Handtasche der Frau nicht erlangt haben. P. soll sodann die Wohnung wieder verlassen haben. Die übrigen Angeklagten sollen anschließend ohne Erfolg die Frau u.a. körperlich schwer misshandelt haben, um von ihr Geld zu erlangen.

Aufgrund der Erfolglosigkeit der Erpressungsversuche und aus Angst vor Entdeckung sollen die Angeklagten B., N. und E. schließlich am Abend des 14.12.2018 übereingekommen sein, die Frau zu töten. Dazu sollen B. und E. die 75-Jährige mit dem Pkw zurück in den Raum Osnabrück gebracht haben. Dort sollen sie die Frau am Augustaschacht in Hasbergen getötet haben. Auf dem Rückweg, am späten Abend des 14.12.2018, und an den Folgetagen sollen die Angeklagten diverse Male, teils erfolgreich, teils erfolglos, den Versuch unternommen haben, mit Kontokarten des Opfers an diversen Geldautomaten Geld abzuheben. Dabei sollen sie insgesamt ca. EUR 3.000,00 erlangt haben.

Die Angeklagten befinden sich seit Ende Dezember 2018/Anfang Januar 2019 in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in Untersuchungshaft. Der Angeklagte B. wird u.a. verteidigt von Rechtsanwalt Rock, Dissen. Der Angeklagte E. wird verteidigt von Rechtsanwalt Thérond, Osnabrück, und Rechtsanwältin Schuster, Münster. Der Angeklagte P. wird verteidigt von Rechtsanwalt Henneke-Sellerio, Köln, und Rechtsanwalt Bender, Duisburg.

Das Verfahren beginnt am 10. Juli 2019 um 09.00 Uhr in Saal 272 des Landgerichts (Schwurgerichtssaal) mit der Verlesung der Anklage. Anschließend werden die Angeklagten Gelegenheit haben, sich zur Sache zu äußern. Der Sohn der 75-jährigen Frau nimmt an dem Verfahren als Nebenkläger teil.

Fortsetzungstermine sind vorgesehen für den 12. Juli 2019 (09.00 Uhr), den 18. Juli 2019 (10.45 Uhr), den 07. und 12. August 2019 (jeweils um 09.00 Uhr), den 02. September 2019 (12.00 Uhr), den 05., 11., 17., 20., 24. und 25. September 2019 (jeweils 09.00 Uhr) sowie den 15., 17. und 18. Oktober 2019 (jeweils 09.00 Uhr). Sämtliche Termine finden in Saal 272 statt.

Interessierte Medienvertreter dürfen vor Beginn der Verhandlung am 10. Juli 2019 für 15 Minuten im Saal 272 des Landgerichts filmen und fotografieren. Das Gericht darf bei seinem Einzug gefilmt und fotografiert werden. Abbildungen der Angeklagten sind mittels geeigneter technischer Maßnahmen zu anonymisieren ("pixeln/blurren"). Bild- und Tonaufnahmen nach der Verhandlung und außerhalb des Verhandlungssaales sind nur nach Erteilung einer Foto- oder Drehgenehmigung durch den Pressesprecher gestattet. Nach der Sitzung steht der Pressesprecher des Landgerichts im Sitzungssaal für Auskünfte und O-Töne zur Verfügung.




Richter Dr. Christoph Sliwka, LL.M. (Cambridge)
- Pressestelle -
Landgericht Osnabrück, Neumarkt 2,
49074 Osnabrück
Telefon: 05 41 - 3 15 1551
Telefax: 05 41 - 3 15 6248
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Web: http://www.landgericht-osnabrueck.niedersachsen.de

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